Verfahrensdetails

Je nachdem, für welche Studiengänge Sie sich interessieren, kann sich der Weg zur erfolgreichen Bewerbung unterschiedlich gestalten. Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Aktivitäten ist das DoSV-Bewerbungsportal, denn alles beginnt mit einer Registrierung in diesem System – und in diesem Portal laufen schließlich später auch alle Informationen wieder zusammen.

Das DoSV wird von der Stiftung für Hochschulzulassung im Auftrag staatlich anerkannter Hochschulen durchgeführt. Das Verfahren koordiniert den Bewerbungsprozess für zulassungsbeschränkte (und vereinzelt auch zulassungsfreie) Studiengänge.

Viele Studieninteressierte bewerben sich an mehreren Hochschulen gleichzeitig – und dabei oft auch für verschiedene Studiengänge. Da die Hochschulen ihre Zulassungsbescheide nicht alle zum gleichen Zeitpunkt versenden, haben Bewerber*innen nur selten einen Überblick über den Status bzw. aller laufenden Bewerbungen bzw. über die Ergebnisse der verschiedenen Bewerbungen. Gleichzeitig entsteht beim Umgang mit dieser Strategie der mehrfachen (parallelen) Bewerbung häufig die Situation, dass Bewerber*innen auch mehrere Zulassungsangebote erhalten, von denen sie dann eines annehmen – ohne jedoch gleichzeitig den übrigen Hochschulen mitzuteilen, dass die ausgestellten Angebote daher nicht angenommen werden.

Das ist ein Problem. Grund: Eine Hochschule „reserviert“ quasi bis zum Ende der Einschreibefrist einen Studienplatz für den ein Zulassungsangebot versendet wurde, so dass zum Beginn des Semesters dann eben eine stattliche Anzahl an Plätzen unbesetzt bleibt, obwohl sich durchaus auch andere für diese Plätze begeistert hätten. Diese Situation sorgt dafür, dass die Koordinierung der Studienplatzvergabe komplexer wird und sich der gesamte Zulassungsprozess als solcher verzögert. Als Konsequenz werden ebenso langwierige wie aufwendige Nachrückverfahren notwendig, um die Reihen der Seminarräume und Vorlesungssäle doch noch mit zuvor leider abgelehnten Interessenten zu füllen.

Vor diesem Hintergrund kommt nun das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) ins Spiel: Hier laufen alle Informationen zum Bewerbungsprozess zusammen, so dass unter anderem (a) Bewerber*innen jederzeit wissen, ob ein Zulassungsangebot vorliegt und welches Zeitfenster für eine entsprechende Reaktion auf dieses Angebot gilt, und (b) Hochschulen sofort darüber informiert werden, wenn ein Zulassungsangebot angenommen wurde und alle anderen von der jeweiligen Person eingereichten Bewerbungen somit hinfällig sind. Dieses System ist also im Prinzip ein Kommunikationsknotenpunkt, der die Wünsche der Bewerber*innen mit den Kapazitäten der Hochschulen so übereinbringt, dass Studienplätze bundesweit „systematisch verteilt“ werden können – und das so zügig, dass komplizierte lokale Nachrückprozesse allerorts überflüssig werden.

Das DoSV läuft in drei Phasen ab. Es beginnt mit der Bewerbungsphase. Möchten Sie sich für ein Studienangebot bewerben, müssen Sie sich im DoSV-Bewerbungsportal registrieren. Welche Studienangebote an welchen Hochschulen über das DoSV koordiniert werden, sehen Sie im Bewerbungsportal von Hochschulstart. Gemeinhin werden hier zulassungsbeschränkte Studiengänge abgebildet, aber Hochschulen können hier durchaus auch für zulassungsfreie Studiengänge ein Angebot hinterlegen. Nach der Registrierung können Sie sich dann für bis zu zwölf Studienangebote bewerben. Die Bewerbungen können Sie in eine Reihenfolge bringen, die Ihren Wünschen entspricht. Sie müssen auch nicht alle Bewerbungen gleichzeitig anlegen, sondern können Ihre Wünsche und die damit verbundene Reihenfolge bis zum Ende der Bewerbungsphase jederzeit anpassen.

Darauf folgt die Koordinierungsphase. Innerhalb der Koordinierungsphase wird durch die Hochschulen ermittelt, ob Sie Zulassungsangebote für Ihre Bewerbungen erhalten können. Dazu erstellen die Hochschulen für jeden Studiengang sogenannte Ranglisten, auf denen alle Bewerber*innen erfasst und schließlich anhand verschiedener Kriterien (z.B. der Abiturdurchschnittsnote oder der Abiturleistung in einem bestimmten Fach) in eine Reihenfolge gebracht werden. Diese Ranglisten werden an das DoSV übermittelt und dienen dann als Grundlage zur Verteilung der Zulassungsangebote für die jeweilige Hochschule. Da die Hochschulen ihre Ranglisten zu unterschiedlichen Zeitpunkten fertigstellen und diese dementsprechend auch zu verschiedenen Terminen weiterleiten, erstreckt sich die Koordinierungsphase über mehrere Wochen und wird dabei mithilfe von vier Koordinierungsregeln gesteuert.

Anschließend findet die Phase des Koordinierten Nachrückens statt. Dabei werden die freigebliebenen DoSV-Studienplätze an Bewerber*innen vergeben, die bisher keine Zulassung erhalten konnten. Die noch verbliebenen Plätze werden anhand der aus der Koordinierungsphase vorliegenden Ranglisten vergeben. Falls diese bereits ausgeschöpft sind (also keine Bewerber*innen mehr enthalten), werden die letzten verfügbaren Studienplätze an Bewerber*innen vergeben, die vorher nicht am Hauptverfahren teilgenommen haben. Dies geschieht dann per Los. Mit Ende des Koordinierten Nachrückens ist die Studienplatzvergabe dann für alle Bewerber*innen beendet. Während der gesamten Dauer des Verfahrens können Sie den Stand Ihrer Bewerbungen im DoSV-Portal mitverfolgen und haben so spätestens am Ende der dritten Phase ein eindeutiges Ergebnis zu Ihren Bewerbungen vorliegen.

Das Zentrale Vergabeverfahren für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge (ZV)

In den Studienfächern Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie werden die Studienplätze an staatlichen Universitäten und gleichgestellten Hochschulen in allen Bundesländern zentral über Hochschulstart vergeben. Hierbei kommt das sogenannte Zentrale Vergabeverfahren für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge (ZV) zum Einsatz.

Hochschulstart koordiniert im Auftrag des deutschen Staates den Bewerbungsprozess für die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge. Dies ist nötig, da es für diese Studiengänge ortsübergreifend stets wesentlich mehr Bewerber*innen als Studienplätze gibt und die Vergabe somit zentral koordiniert werden muss, um flächendeckend Fairness zu gewährleisten. Aktuell fallen deutschlandweit die Studienfächer Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie unter die Regelungen des ZV.

Das Bewerbungsverfahren für Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie wird immer über Hochschulstart durchgeführt. Um sich bewerben zu können, müssen Sie sich im DoSV-Bewerbungsportal registrieren. Nach der Registrierung werden Sie über das jeweilige Studienangebot zum Dialogsystem „AntOn“ (= Antrag Online) weitergeleitet. Dort füllen Sie programmgestützt Ihren Bewerbungsantrag aus. Um Ihre Bewerbung zu vervollständigen, müssen Sie im Anschluss den ausgedruckten Antrag sowie dazugehörige Unterlagen (z.B. beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses) per Post an Hochschulstart senden. Hierfür wurde extra eine vereinfachte Postanschrift eingerichtet. Diese lautet:

hochschulstart.de
44128 Dortmund

Beim Versand der Unterlagen müssen Sie den Bewerbungsschluss beachten und berücksichtigen, dass es sich bei den Bewerbungsfristen um gesetzliche Ausschlussfristen handelt. Sollten Sie sich parallel außerdem auch auf ein DoSV-Studienangebot bewerben, so haben Sie die Möglichkeit, Ihren ZV-Studienwunsch mit den übrigen Bewerbungen in eine Ihren Wünschen entsprechende Reihenfolge zu bringen (Stichwort: Priorisierung).

Nach dem Bewerbungsschluss beginnt die Vergabe der Studienplätze. Zuerst wird eine geringe Anzahl an Studienplätzen über Vorabquoten an besondere Zielgruppen (z.B. Ausländer*innen, Zweitstudienbewerber*innen etc.) vergeben. Dann erfolgt die Vergabe der gesamten restlichen Studienplätze anhand von drei Hauptquoten, wobei alle Bewerber*innen ohne weiteres Zutun automatisch von allen drei Quoten erfasst werden.

Zuerst werden 30% der verfügbaren Studienplätze in der Abiturbestenquote vergeben. Hier erfolgt die Studienplatzvergabe nach dem Abiturergebnis, wobei die erzielte Punktzahl das Auswahlkriterium darstellt. Nachrangige Kriterien sind Dienst und Los. Die Bewerber*innen werden unter Berücksichtigung der Angaben aus ihrer Hochschulzugangsberechtigung auf 16 Landes-Ranglisten aufgeteilt. Pro Bundesland wird eine Rangliste erstellt. Danach werden diese 16 Ranglisten durch spezielle Berechnungen in eine Bundesliste für ganz Deutschland umgewandelt. Anhand dieser Bundesliste werden die Studienplätze in dieser Quote im Anschluss verteilt.

Dann werden 10% der Studienplätze in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ) vergeben. Hierbei werden die Bewerber*innen anhand von Kriterien ausgewählt, die unabhängig von der Abiturnote sind. Diese Kriterien wählt jede Hochschule selbst aus. Es können z.B. Ergebnisse von Studierfähigkeitstests, relevante Berufsausbildungen oder ein abgeleisteter Dienst in die Entscheidung einfließen. Im Rahmen dieser Quote wird für den Zeitraum Sommersemester 2020 bis Wintersemester 2021/22 noch die sogenannte „Wartezeit“ (= seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung verstrichene Zeit, in der Sie nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben waren – gemessen in Halbjahren) nach einem bestimmten Punktesystem angerechnet. Ab dem Vergabeverfahren für das Sommersemester 2022 wird die Wartezeit in der Zusätzlichen Eignungsquote nicht mehr berücksichtigt.

Mit einem Anteil von 60% werden die meisten Studienplätze schließlich im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Im AdH können die Hochschulen unterschiedliche Auswahlkriterien anwenden. Die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung hat hier zwar einen maßgeblichen Einfluss auf die Auswahl, sie darf jedoch nicht als alleiniges maßgebliches Kriterium genutzt werden. Für den Studiengang Humanmedizin müssen mindestens zwei zusätzliche, schulnotenunabhängige gewichtige Auswahlkriterien berücksichtigt werden; für die anderen Fächer mindestens ein derartiges Kriterium. Im Detail handelt es sich hierbei um: Das Ergebnis eines Studierfähigkeitstests, eine einschlägige Berufsausbildung, berufliche Praxiserfahrung, Ableistung eines Dienstes, akademische Aktivitäten abseits eines Studiums, Auswahlgespräche und Motivationsschreiben.

Nachdem die Ergebnisse des AdH durch Hochschulstart verarbeitet wurden, ist die Verteilung der Studienplätze innerhalb der drei Quoten abgeschlossen. Dennoch werden danach noch letzte Plätze vergeben:
Vorübergehend wieder freigewordene Studienplätze vergibt Hochschulstart in internen Nachrückverfahren. Außerdem werden Bewerber*innen berücksichtigt, die einen Härtefall geltend machen können, und ggf. auch mögliche Teilstudienplätze verteilt.

Die Ergebnisse Ihrer Bewerbungen werden Ihnen in Ihrem persönlichen Nutzerkonto des DoSV-Bewerbungsportals angezeigt.